Alt-katholische Kirche
Der Träger des Kolumbarium Leichlingen ist das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland. Doch was sind Alt-Katholiken überhaupt? Und was bedeutet das für das Kolumbarium?

Vorab: Das Kolumbarium Leichlingen im Bestattungshaus Schlage ist für alle Menschen offen – unabhängig von Konfession, Herkunft oder Wohnort. Hier kann jeder seine letzte Ruhestätte finden. Alle Besucher sind herzlich zum Verweilen und Gedenken eingeladen.

Alt-katholische Kirche – wirklich alt?

Mit rund 16.000 Mitgliedern in Deutschland ist die alt-katholische eine relativ kleine Kirche. Dabei ist ihr Name ziemlich irreführend. Mit „alt“ im Sinne von „konservativ“ oder „veraltet“ hat diese christliche Gemeinde nämlich gar nichts zu tun. Der Begriff bezieht sich vielmehr darauf, dass die Anfänge bis ins erste Jahrtausend der Kirchengeschichte zurückreichen, in der die einzelnen Landeskirchen und ihre Bischöfe selbstständig waren.

Dass sich die alt-katholische Lehre von der katholischen Kirche trennte, ist auf die Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils im Jahr 1870 über die Unfehlbarkeit des Papstes und seiner obersten Rechtsgewalt zurückzuführen. Die katholischen Christen, die am „alten“ katholischen und apostolischen Glauben festhielten, wurden danach vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen und organisierten sich als eigenständige katholische Kirche: Diese Tradition setzt die alt-katholische Kirche in Deutschland fort.

„Unser Leitmotiv ist damals wie heute das Festhalten am Glauben und an den Ordnungen der alten und einen Kirche, deren Mitte und Haupt Jesus Christus ist“, schreiben die Alt-Katholiken über sich selbst.

Wichtige Merkmale der alt-katholischen Kirche

  • bischöflich-synodal: Die Bischöfin bzw. der Bischof leitet zwar die Kirche, aber prinzipiell sind alle Mitglieder der Kirche an Entscheidungsprozessen beteiligt. Pfarrer:innen und Bischöf:innen werden beispielsweise gewählt, das geistliche Amt steht Frauen offen und kirchliche Leitungsaufgaben können auch von Laien ausgeübt werden.
  • Die vorgeschriebene Ehelosigkeit (Zölibat) für Geistliche wurde 1878 als ein biblisch nicht begründbares Kirchengesetz abgeschafft.
  • Geschiedene und Wiederverheiratete sind nicht vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen. Wurde eine Ehe staatlich geschieden, gibt es u. U. die Möglichkeit einer nochmaligen kirchlichen Eheschließung.
  • Die alt-katholische Kirche ist ökumenisch orientiert.