Übersterblichkeit
Das Statistische Bundesamt hat im Dezember 2021 eine Sonderauswertung über die Zahl der in Deutschland verstorbenen Menschen im vergangenen Jahr vorgelegt. Danach sind im letzten November 92.295 Menschen gestorben – 20 Prozent mehr als der mittlere Wert in den Jahren 2017 bis 2020. Im Dezember waren es nach vorläufigen Zahlen sogar 28 Prozent mehr als in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre.

Offenbar lässt sich dieser Anstieg aber nicht vollständig durch die Corona-Pandemie erklären. Das Statistische Bundesamt versucht eine Einordnung: „So können hier unerkannte COVID-19-Todesfälle oder die zeitliche Verschiebung von Sterbefällen innerhalb eines Jahres infolge der zum Jahresbeginn ausgefallenen Grippewelle eine Rolle spielen (sogenanntes „mortality displacement“). Möglicherweise zeigen sich auch die Folgen verschobener Operationen und Vorsorgeuntersuchungen. Der Beitrag einzelner Effekte lässt sich allerdings derzeit nicht beziffern.“

Betroffen von der hohen Zahl der Todesfälle sind laut Statistik alle Bundesländer gleichermaßen. Außerdem ist die Übersterblichkeit kein deutsches Phänomen: „In den Novemberwochen wurde in vielen europäischen Ländern eine niedrige oder moderate Übersterblichkeit („low excess“ oder „moderate excess“) festgestellt, darunter auch in Deutschland. Auch in Deutschlands Nachbarländern Belgien, Dänemark und Österreich gab es für mehrere Novemberwochen einen derartigen Befund. In den Niederlanden wird die Übersterblichkeit in drei Novemberwochen als hoch und als sehr hoch („high excess“ und „very high excess“) eingeordnet“, heißt es in der Auswertung.

Wer weitere Informationen und Statistiken sucht, findet sie auf der Website des Statistischen Bundesamtes auf den Seiten „Sterbefälle und Lebenserwartung“ und der Sonderseite „Corona-Statistiken“.